Gebürstete Natursteine erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, da sie eine angenehme Haptik bieten und dennoch eine gewisse Rutschhemmung aufweisen. Doch stellt sich die Frage, ob sie für den Außenbereich geeignet sind, insbesondere wenn eine Rutschhemmung von R11 oder R10 V4 gefordert ist.
Eigenschaften gebürsteter Natursteine
Durch das Bürsten wird die Oberfläche eines Natursteins aufgeraut, wobei die weicheren Bestandteile des Gesteins abgetragen werden. Dies kann zu einer leichten Struktur führen, die die Griffigkeit verbessert. Allerdings hängt die tatsächliche Rutschhemmung stark von der Gesteinsart und der Intensität der Bearbeitung ab.
Merkmale gebürsteter Oberflächen
Rutschhemmung im Außenbereich
Für Außenbereiche wie Terrassen, Gehwege oder Poolumrandungen ist häufig eine Rutschhemmungsklasse von mindestens R11 erforderlich. Dies liegt an der erhöhten Gefahr durch Nässe, Laub, Frost und andere Witterungseinflüsse.
- R11: Häufig für Außenbereiche wie Terrassen, Gehwege oder Poolumrandungen erforderlich. Gebürstete Natursteine können diese Anforderung erfüllen, müssen aber getestet werden.
- R10 V4: Diese Klassifizierung bedeutet, dass der Bodenbelag eine erhöhte Verdrängungsraumklasse besitzt, was vor allem bei nassen Bedingungen von Vorteil ist.
Achtung: Gebürstete Natursteinbeläge entsprechen in der Regel nur einer R10 und sind somit nicht ausreichend rutschhemmend für den Außenbereich. Im Einzelfall ist dies durch eine Prüfung nach DIN 51130 zu überprüfen.
R11 vs. R10 V4 – Der Unterschied
| Merkmal | R11 | R10 V4 |
|---|---|---|
| Neigungswinkel | 19° – 27° | 10° – 19° |
| Verdrängungsraum | Nicht spezifiziert | ≥ 4 cm³/dm² |
| Eignung Außenbereich | Ja, empfohlen | Bedingt geeignet |
| Typische Anwendung | Terrassen, Gehwege, Rampen | Überdachte Außenbereiche |
Bessere Alternativen für den Außenbereich
Statt gebürsteter Oberflächen empfehlen sich für den Außenbereich folgende Bearbeitungsmethoden, die in der Regel höhere Rutschhemmungsklassen erreichen:
Geflammt
Durch Hitzebehandlung entsteht eine raue, offenporige Oberfläche. Erreicht typischerweise R11 bis R12.
Gestockt
Mechanische Bearbeitung mit Stockhammer erzeugt eine stark strukturierte Oberfläche. Sehr hohe Rutschhemmung.
Gesandstrahlt
Sandstrahlen erzeugt eine gleichmäßig raue Oberfläche mit guter Rutschhemmung (R11+).
Gebürstet + geflammt
Kombination beider Verfahren für optimale Haptik bei gleichzeitig hoher Rutschhemmung.
Fazit
Gebürstete Natursteine können im Außenbereich verlegt werden, sofern sie die geforderte Rutschhemmungsklasse nachweisen. Eine vorherige Prüfung nach DIN 51130 ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die Oberfläche den Sicherheitsanforderungen entspricht. Besonders in Bereichen mit hoher Feuchtigkeitsbelastung sollte darauf geachtet werden, dass der Naturstein auch in nassem Zustand ausreichend rutschfest bleibt. Besser ist es, geflammt, gestockt oder gesandstrahlt einzubauen.
Unser Tipp: Lassen Sie die Rutschhemmung Ihres Natursteins vor der Verlegung im Außenbereich professionell prüfen. So vermeiden Sie kostspielige Nacharbeiten und sind rechtlich abgesichert.
Häufig gestellte Fragen
Weiterführende Artikel

Entspricht ein geschliffener Naturstein C120 immer einer R9?
Warum die Gleichsetzung von Schleifstufe und Rutschhemmklasse problematisch ist.
Weiterlesen
Rutschhemmung: Wie wird die Rutschsicherheit ermittelt?
DIN 51130, DIN 51097 und weitere Prüfverfahren im Überblick.
Weiterlesen
R9-Bodenbelag: Bin ich rechtlich auf der sicheren Seite?
Warum R9 allein nicht ausreicht und was Sie als Betreiber beachten müssen.
WeiterlesenVerwandte Leistungen
Rutschsicherheit messen
Professionelle Messung der Rutschhemmung vor Ort mit mobilen Prüfgeräten.
Mehr erfahrenRutschsicherheit beurteilen
Gutachten und Bewertung nach DIN-Normen für Ihre Bodenbeläge.
Mehr erfahrenRutschhemmung verbessern
Nachträgliche Verbesserung der Rutschhemmung durch professionelle Verfahren.
Mehr erfahren